„Wir diskutieren mit den Teilnehmern, was echte Zukunftsfähigkeit eigentlich bedeutet“

Stephan Balzer über den ersten Boma Germany Summit in Berlin, die Bedeutung von nachhaltiger Zukunftsfähigkeit und warum Boma so stark auf neue Konferenz- und Dialogformate setzt.

Nadine Bütow: Was verbirgt sich hinter dem Boma Summit?

Stephan Balzer: Der Boma Germany Summit ist der erste internationale Summit in Deutschland, der sich mit den Themen Unternehmenswandel und Exponentielles Denken befasst. Wir erwarten ungefähr 400 Führungskräfte aus allen Industrien. Da der bevorstehende unternehmerische Wandel ganzheitlich betrachtet werden muss, sprechen wir Führungskräfte aus allen Abteilungen und Bereichen an. Dazu zählen Strategie, Innovation, Leadership, Kommunikation und Marketing, Human Resources und Personalwesen, Operations und Sales, Legal und Compliance u. a. Wer die große Unternehmenstransformation nur mit dem C-Level bzw. wenigen Abteilungen denkt und durchführt, wird schnell an Grenzen stoßen.

Nadine Bütow: Was erwartet die Besucher des Boma Germany Summits?

Stephan Balzer: Wir sprechen über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und wie man es schafft, eine entschlossene Transformation in Unternehmen überhaupt anzustoßen. Der Innovationsdruck nimmt stetig zu. Traditionskonzerne und auch große Teile des Mittelstandes müssen es schaffen, ihre klassischen Strukturen und häufig starren Prozesse aufzubrechen – und das in vergleichsweise kurzer Zeit. Denn der Wandel steht uns nicht bevor, wir stecken schon tief drin. Die Agilität und die Geschwindigkeit, in der die deutsche Wirtschaft sich versucht anzupassen, kann mit den externen Entwicklungen häufig nicht mehr Schritt halten. Im Summit wird es in zwei Tagen also darum gehen, einen Schritt nach draußen zu treten und von außen auf sein Unternehmen, seine Abteilung zu schauen um abzuwägen: Wo stehe ich eigentlich? Wo müsste ich hin und was muss dafür getan werden? Zukunftsfähigkeit ist Wettbewerbsfähigkeit. Die steht auf dem Spiel, nicht nur in technologischer Hinsicht, sondern auch in kultureller. Veränderung ist schwer. Und gute Führung auch. Wer das verkennt, verliert Stück für Stück an Unternehmens-DNA – seine Mitarbeiter.

Nadine Bütow: Welche Formate plant ihr beim Boma Summit?

Stephan Balzer: Wir arbeiten vor allem mit interaktiven Formaten. Bei Boma spielt die klassische Frontbeschallung eine eher untergeordnete Rolle. Wir beziehen alle - Besucher, Experten, SpeakerInnen – in den Austausch und den Dialog mit ein und bearbeiten die derzeitigen Probleme der Führungskräfte. Der Summit ist dafür nur ein erster Anstoß. Die Detailarbeit beginnt in den Programmen nach dem Summit.

Nadine Bütow: Wieso fokussiert ihr euch so stark auf diese neuen Formate?

Stephan Balzer: Boma steht im Kern für ein neues Management Curriculum. Wir glauben, dass die alte Form des Lernens nicht mehr funktioniert. Dazu zählt die bislang weit verbreitete Lehrer-Schüler-Rollenverteilung, aber auch die klassische Frontbeschallung, die uns auf vielen Konferenzen begegnet. SpeakerInnen, Keynotes und Vorträge sind wichtig, denn sie setzen Impulse. Häufig endet es jedoch dort und die Besucher von Konferenzen haben nicht die Chance, diese Impulse mit Experten an den eigenen Entwicklungen und Herausforderungen zu spiegeln. Mit anderen Worten: Sie stehen mit ihren unternehmerischen Problemen immer noch allein da. Das ist bei Boma anders, so auch beim Boma Summit und den Formaten. Wir sind davon überzeugt, dass das Lernen von morgen nicht nur holistisch sein muss. Es muss auch verstärkt im Austausch und direkten Dialog mit den Experten, Peers aber auch Non-Peers stattfinden. Das maximale Potenzial schöpfen wir aus, wenn wir industrie-, länder-  und rollenübergreifend diesen Austausch denken und durchführen. Das Lernen aus der Erfahrung und dem Teilen von Erfahrungen steht im Zentrum. Das ist etwas, das in keinem Lehrbuch steht und stehen wird. Und es ist die einzige Form von Lernen, die sich selbstständig weiterentwickelt – nämlich entlang der Veränderungsgeschwindigkeit und -tiefe, die wir heute erleben und weiter erleben werden. Es gibt keine Konstante mehr.

Nadine Bütow: Welche Themen stehen beim Boma Summit im Fokus?

Stephan Balzer: Wir packen das Thema Zukunftsfähigkeit und Transformation von Vornherein holistisch an. Das bedeutet, wir schauen nicht nur auf die Potenziale der neuen Technologien, exponentieller Technologien, AI, Big Date und anderen, sondern schauen darüber hinaus auf den sehr bedeutenden Aspekt von Kultur, Kulturwandel und Neue Arbeit, Change und Veränderung aber auch Führung und Mindset und wie es gestaltet sein muss, um diese Veränderungen auch langfristig von innen heraus zu tragen. Einer der größten Trugschlüsse auf den Management-Ebenen ist häufig weiterhin, dass man alles aus einer, max. zwei Personen heraus kontrollieren müsse und könne. Die einsamen Management-Entscheidungen sind jedoch obsolet geworden. Sie zerstören den Geist und rauben dem Unternehmen die kulturelle Basis, die es für tiefgreifende Veränderungen braucht. Es nützt nun jedoch auch nichts, die Kontrolle einfach abzugeben. Vielmehr muss sich die Rolle und das Mindset von Führungskräften grundlegend ändern und neues Vertrauen an der Basis aufgebaut werden. Für das Fachmagazin Next Industry habe ich kürzlich dazu etwas geschrieben. 

Beim Thema „Impact und Innovation“ geht es darum, herauszuarbeiten, was ein Unternehmen über das eigentliche Kerngeschäft hinaus, seinem Produkt, noch leisten, welchen positiven Impact es für die globale Gesellschaft und seine Mitarbeiter kreieren kann. Welche Rolle spielt Ethik und Moral in dieser neuen Verantwortung? Welche Rolle spielt auch der klassische Shareholder-Value Ansatz – ist er überholt bzw. muss neu gedacht werden?

Beim letzten Thema „Körper und Geist“ befassen wir uns mit dem Menschen in seiner Gesamtheit und seinem Wirken. Wir glauben, dass diese Themen im Sinne der Selbstreflektion und Selbst-Veränderung zu einem festen Bestandteil von Führung werden müssen.

Nadine Bütow: Wie viele Experten werden beim Summit dabei sein?

Stephan Balzer: Insgesamt werden ca. 30 Experten aus unterschiedlichen Bereichen sprechen bzw. die interaktiven Formate anleiten. Dazu zählt einer der bekanntesten Experten zu Exponentiellen Organisationen, Salim Ismail, aber auch Anahita Moghaddam, die sich mit Leader- und Mentorship befasst, Steve Garguilo, ein großer Transformations- und Kulturexperte, Mark van Rijmenam, Experte für künstliche Intelligenz, Blockchain und Analytics, Dara Dotz, Industriedesignerin und Innovationsexpertin, Tobias Krüger, Division Manager "Cultural Change 4.0" der Otto Group, Stefan Schöpfel von SAP und Future of Work Experte Benjamin Roth, der Urban Sports GmbH gründete und als CEO leitet, Insa Klasing Culture-, Leadership und Mindset-Expertin. Es wird eine spannende Veranstaltung und ich bin sehr gespannt, wie die TeilnehmerInnen die neuen Boma-Formate aufnehmen und sie nutzen können.

Danke für das Gespräch, Stephan!


Am 25. und 26. September 2019 findet der erste Boma Germany Summit statt! 350 Top-Manager aus deutschen Unternehmen treffen auf über 30 internationale Experten, Vordenker und Pioniere aus den Bereichen Digital Leadership, Exponentielle Technologien, Künstliche Intelligenz, New Work und Unternehmenskultur. An zwei Tagen lernen Executives aller Industrien und Bereiche, wie man Unternehmen und Abteilungen zukunftsfähig macht und was es für eine echte Transformation braucht.

Wir danken unseren Medienpartnern Next Industry, Media:net Berlin Brandenburg und Berlin.Digital.

Hauptpartner des ersten Boma Germany Summits ist das Technologieunternehmen SAP.

Kontakt: Antonia Werner, antonia@boma.global